{"id":220,"date":"2026-02-26T14:07:23","date_gmt":"2026-02-26T14:07:23","guid":{"rendered":"https:\/\/rgmedienwoche.ch\/2026\/?p=220"},"modified":"2026-02-26T14:07:23","modified_gmt":"2026-02-26T14:07:23","slug":"meinungsbildung-bei-jugendlichen-worauf-kommt-es-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/2026\/02\/26\/meinungsbildung-bei-jugendlichen-worauf-kommt-es-an\/","title":{"rendered":"Meinungsbildung bei Jugendlichen: Worauf kommt es an?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"767\" src=\"https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/WhatsApp-Image-2026-02-26-at-13.15.10-1-1024x767.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-231\" srcset=\"https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/WhatsApp-Image-2026-02-26-at-13.15.10-1-1024x767.jpeg 1024w, https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/WhatsApp-Image-2026-02-26-at-13.15.10-1-300x225.jpeg 300w, https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/WhatsApp-Image-2026-02-26-at-13.15.10-1-768x576.jpeg 768w, https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/WhatsApp-Image-2026-02-26-at-13.15.10-1-1536x1151.jpeg 1536w, https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/WhatsApp-Image-2026-02-26-at-13.15.10-1.jpeg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Trotz auff\u00e4lligen Wahlplakaten und Social Media Beitr\u00e4ge bleibt das Interesse der jungen Menschen f\u00fcr die bevorstehenden Wahlen gering. Foto: Theo Diener<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Stadtbild ist seit Wochen von Wahlplakaten gepr\u00e4gt. Am Sonntag, dem 8. M\u00e4rz, wird in Z\u00fcrich der Stadtrat und das Pr\u00e4sidium neu gew\u00e4hlt. SP-Politikerin Corine Mauch tritt nach 17 Jahren als Stadtpr\u00e4sidentin zur\u00fcck. Einer der neuen Kandidaten ist FDP-Mann P\u00ebrparim Avdili, der mit neuen Wahlkampfmethoden \u00fcberzeugen will. Gemeinsam mit dem Z\u00fcrcher Rapper EAZ mit kosovarischen Wurzeln hat er den Rap \u00abEine vo ois\u00bb ver\u00f6ffentlicht. Der Rap greift seine albanische Herkunft und die einfachen Verh\u00e4ltnisse der Familie auf. Damit will er junge Z\u00fcrcherinnen und Z\u00fcricher zur Wahl animieren. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"EAZ - \u00cbine vo ois\" width=\"1290\" height=\"726\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/zDIAd3yX9Cc?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Der Z\u00fcrcher Rapper EAZ und der Z\u00fcrcher Stapi-Kandidat der FDP, P\u00ebrparim Avdili, haben gemeinsam einen Song produziert. Video: Youtube<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer nicht-repr\u00e4sentativen Strassenumfrage unter jungen Menschen in Z\u00fcrich zeigt sich das Gegenteil. Stellvertretend f\u00fcr viele sagte ein Jugendlicher: \u00abAlso, wenn ich ehrlich bin, habe ich das nicht mitbekommen.\u00bb Auch andere Befragte zucken mit den Schultern. Obwohl Medien wie 20 Minuten, Blick und TeleZ\u00fcri in den sozialen Medien dar\u00fcber berichtet haben, scheint die grosse Aufmerksamkeit ausgeblieben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Politik hat kaum Bedeutung im Alltag junger Menschen<\/h4>\n\n\n\n<p>Viele Umfrageteilnehmende zeigen generell wenig Interesse an Politik. Wenn sie sich \u00fcber Politik informieren, dann vor allem \u00fcber SRF. Soziale Medien spielen eine \u00fcberraschend kleine Rolle. Politik und Unterhaltung werden von vielen Jugendlichen bewusst getrennt: Tiktok ist f\u00fcr Videos, Instagram f\u00fcr Freunde und politische Inhalte passen f\u00fcr sie nicht in diesen Bereich.<\/p>\n\n\n\n<p>Das best\u00e4tigt auch die <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/psychologie\/forschung\/medienpsychologie\/mediennutzung\/james\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/psychologie\/forschung\/medienpsychologie\/mediennutzung\/james\">JAMES-Studie<\/a> der Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften. Demnach nutzen rund 85 Prozent der Jugendlichen soziale Medien haupts\u00e4chlich zur Unterhaltung und nur etwa 10 bis 15 Prozent, um politische Informationen zu erhalten. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Wahlkampf zielt auf die Jugend ab, doch die Jugend scheint nicht zu reagieren. Obwohl es genau in dieser Zeit besonders bedeutend w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Politische Meinungsbildung in jungen Jahren<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Lebensjahren, in denen die politische Meinung ausgebildet wird, werden in der politikwissenschaftlichen Forschung als Zeitraum bis zur Erreichung des 25. Lebensjahres definiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies best\u00e4tigt <a href=\"https:\/\/www.ipz.uzh.ch\/de\/personen\/mitarbeitende\/jineic.html\">Jonas Ineichen<\/a> von der Universit\u00e4t Z\u00fcrich, der in im Rahmen seiner Doktorarbeit die politische Beteiligung von jungen Menschen untersucht. Nach wie vor werde die politische Meinung vorwiegend zu Hause gebildet, sagt Ineichen. \u00abKinder sehen, was die Eltern machen und wollen das nachahmen.\u00bb In jungen Jahren habe man bereits ein Grundverst\u00e4ndnis f\u00fcr Fairness und Gerechtigkeit und eine Vorstellung davon, wie man die Welt gestalten m\u00f6chte. \u00abIn der Jugend und im fr\u00fchen Erwachsenenalter verfestigt sich diese Meinung durch den Einfluss der Medien, den Freundeskreis und die Schule. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/WhatsApp-Image-2026-02-25-at-15.34.58-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-238\" style=\"width:650px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/WhatsApp-Image-2026-02-25-at-15.34.58-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/WhatsApp-Image-2026-02-25-at-15.34.58-225x300.jpeg 225w, https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/WhatsApp-Image-2026-02-25-at-15.34.58-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/WhatsApp-Image-2026-02-25-at-15.34.58.jpeg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Politikwissenschaftler <em>Jonas Ineichen erforscht in seiner Doktorarbeit die politische Beteiligung junger Menschen. Foto: Adrian Urech<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Besondere: \u00abSowohl in den sozialen Medien als auch im Freundeskreis h\u00e4lt man sich bevorzugt in Gruppen mit \u00e4hnlicher Meinung auf\u00bb, sagt der Doktorand. Dass f\u00fchre dazu, dass Diskussionen im eigenen Umfeld die eigene Meinung oft verfestigen. Es passiere eher selten, dass eine einzelne Diskussion die eigene Sicht auf die Welt radikal ver\u00e4ndere. \u00abDie Suche nach Personen mit \u00e4hnlichen Ansichten ist ein urmenschliches Verhalten. Was sich ver\u00e4ndert hat, ist dass es durch die sozialen Medien zus\u00e4tzliche Kan\u00e4le gibt, wo man sich zus\u00e4tzliche Informationen holen kann.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Meinung bleibt konstant<\/h4>\n\n\n\n<p>Ab dem 25. Lebensjahr verfestige sich zudem die eigene Weltsicht und politische Meinung. Diese ver\u00e4ndere sich danach kaum mehr. \u00abNormalerweise wechselt ein 50-J\u00e4hriger nicht pl\u00f6tzlich von der SVP zur SP.\u00bb Es sei denn, es g\u00e4be ein einschneidendes globales Ereignis, wie beispielsweise die Corona Pandemie oder pers\u00f6nliche Schicksaalschl\u00e4ge. Solche Ereignisse k\u00f6nnten eine Radikalisierung oder Anpassung von Meinungen zur Folge haben, selbst bei \u00e4lteren Personen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was heisst das nun? <\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn viele junge Erwachsene Politik derzeit nur am Rand wahrnehmen, entsteht ihre Haltung Schritt f\u00fcr Schritt durch Erfahrungen, Gespr\u00e4che und Orientierung im eigenen Umfeld. Mit zunehmender Selbstst\u00e4ndigkeit w\u00e4chst meist auch das Bed\u00fcrfnis, sich einzubringen und Position zu beziehen. Oder wie es ein junger Mann sagt: \u00abIch weiss, dass man sich f\u00fcr Politik interessieren sollte, aber wirklich spannend ist es f\u00fcr mich nicht. Ich denke aber, dass mein Interesse in den n\u00e4chsten Jahren zunehmend wachsen wird.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Ob die Wahlkampfmethode von P\u00ebrparim Avdili funktioniert, zeigt sich am 8. M\u00e4rz an der Urne. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz auff\u00e4lligen Wahlplakaten und Social Media Beitr\u00e4ge bleibt das Interesse der jungen Menschen f\u00fcr die bevorstehenden Wahlen gering. Foto: Theo Diener Das Stadtbild ist seit Wochen von Wahlplakaten gepr\u00e4gt. Am Sonntag, dem 8. M\u00e4rz, wird in Z\u00fcrich der Stadtrat und das Pr\u00e4sidium neu gew\u00e4hlt. SP-Politikerin Corine Mauch tritt nach 17 Jahren als Stadtpr\u00e4sidentin zur\u00fcck. 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