{"id":202,"date":"2026-02-26T11:26:10","date_gmt":"2026-02-26T11:26:10","guid":{"rendered":"https:\/\/rgmedienwoche.ch\/2026\/?p=202"},"modified":"2026-02-26T11:26:10","modified_gmt":"2026-02-26T11:26:10","slug":"ohne-spass-kann-man-keine-100-geben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/2026\/02\/26\/ohne-spass-kann-man-keine-100-geben\/","title":{"rendered":"\u00abOhne Spass kann man keine 100% geben\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"943\" height=\"629\" src=\"https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image-4.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-203\" srcset=\"https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image-4.png 943w, https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image-4-300x200.png 300w, https:\/\/mmiu.ch\/rgmedienwoche2026\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image-4-768x512.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 943px) 100vw, 943px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Seit Sommer 2025 spielt Valentina Gerlof in der 1. Mannschaft von GC. Bild: Lionel Kammermann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anfang Saison sind Sie f\u00fcr ein Spiel nach Kasachstan geflogen. Wie hat sich das angef\u00fchlt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war ziemlich krass. Aber dieser Moment hat mir gezeigt, dass man wirklich f\u00fcr ein einzelnes Spiel nach Kasachstan fliegt. Es ist schon extrem cool, dass wir jetzt schon so weit sind. Das war auch eine Riesenerfahrung, dass wir uns f\u00fcr die n\u00e4chste Runde im Europacup qualifizieren konnten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie sieht ein Tag bei Ihnen aus, wenn Sie nicht gerade nach Kasachstan fliegen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich gehe noch ans Sportgymnasium R\u00e4mib\u00fchl und dann ist es vor allem so, dass ich am Morgen in der Schule bin und dann am Nachmittag komme ich auf den Campus und trainiere.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was gibt es f\u00fcr Herausforderungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Man kann sicher weniger in der Freizeit unternehmen, weil man grunds\u00e4tzlich weniger Freizeit hat. Aber wegen dem Sportgymnasium ist es so, dass ich weniger Schule habe als die anderen Sch\u00fcler*innen. Dann kompensiert es die verlorene Freizeit eigentlich ziemlich gut. Aber das Gymnasium dauert halt einfach ein Jahr l\u00e4nger als \u00fcblich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie ist das mit Ihrem Sozial- und Privatleben vereinbar?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben sicher nicht so viel Zeit daf\u00fcr. Ich bin aber eigentlich gar nicht der Typ, dem das so wichtig ist. Deswegen ist es f\u00fcr mich jetzt nicht so schlimm, aber mich mit Kollegen zu treffen geht immer noch gut, weil wir meistens am Wochenende an einem Tag Match haben und am anderen Tag etwas mehr Zeit. Ansonsten verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie sind Sie zu GC gekommen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe angefangen bei meinem Dorfverein, dem FC M\u00e4nnedorf. Danach bin ich zu St\u00e4fa gewechselt, weil wir umgezogen sind. In Z\u00fcrich gibt es Sichtungstrainings, die man durchlaufen muss und danach gibt es eine Auswahl und dort verteilen sie dich an die Topclubs.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ab wann haben Sie gemerkt, dass es f\u00fcr die Super League reichen k\u00f6nnte?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde sagen, vor ein paar Jahren, als ich ins AZ gekommen bin. Das ist ein Ausbildungszentrum f\u00fcr Nachwuchsspielerinnen und Nachwuchsspieler in Biel. Seitdem war immer klar, dass ich Profifussballerin werden will.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wollten Sie von Anfang an zu GC?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Z\u00fcrich ist so aufgeteilt, dass die eine H\u00e4lfte zum FCZ geht und die andere H\u00e4lfte zu GC. Von meinem Standort her w\u00e4re ich eigentlich beim FCZ gelandet. Mein Bruder hat aber bei GC gespielt und deshalb habe ich mich ebenfalls f\u00fcr GC entschieden. Weil es mir dort gefiel, bin ich geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wer hat Sie auf Ihrem Weg unterst\u00fctzt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf jeden Fall meine Eltern und meine Geschwister. Meine Eltern, weil sie immer hinter mir gestanden sind und meine Geschwister, weil sie alle etwa den gleichen Weg hatten. Mein grosser Bruder war auch im Leistungsfussball, mittlerweile hat er jedoch aufgeh\u00f6rt. Meine kleinen Geschwister sind jetzt auch noch bei GC und einer bei Z\u00fcrich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ist das eine Art Rivalit\u00e4t zwischen Ihren Geschwistern und Ihnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nein, das gar nicht. Ich habe drei Br\u00fcder, was heisst, dass sie gar nicht mit mir konkurrieren k\u00f6nnen. Wir werden auch niemals gegeneinander spielen. Wir sind einfach immer gegenseitig f\u00fcreinander da und k\u00f6nnen uns einander Tipps geben<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gibt es auch jemanden in der Familie, der f\u00fcr Ihre Karriere zur\u00fcckstecken musste?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, schon meine Eltern. Vor allem, auch als ich jung zu GC gekommen bin, wollten sie noch nicht, dass ich den ganzen Weg alleine auf mich nehme. Dort haben sie mich immer ins Training gefahren und wieder abgeholt. Auch zum Spiel haben sie mich gefahren. Zudem versuchen sie bei jedem Match zuzuschauen. Das ist schon eine sehr grosse Hilfe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie haben Sie die EM im letzten Sommer erlebt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das war ein Riesenevent, und es hat mir sehr gefallen, dass der Frauenfussball von allen sehr gehyped wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hat es nach der Frauen-EM den erhofften Boom gegeben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke schon, dass es ein grosser Schritt war, der jetzt aber wieder abgeflacht ist. &nbsp;Ich glaube, es braucht einfach Zeit, dass der Frauenfussball gr\u00f6sser werden kann. Es war aber wichtig, dass es einen ersten Aufschwung gegeben hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nationalspielerin Noemi Ivelj hat nach der EM den Schritt in die Bundesliga zu Eintracht Frankfurt gewagt. Wollen Sie auch irgendwann im Ausland spielen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, das ist sicher ein Ziel von mir, am liebsten bei Bayern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was w\u00fcrden Sie jungen M\u00e4dchen und Jungen, auf den Weg geben, die den Traum haben, Profifussballer*innen zu werden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Wichtigste ist immer der Spass. Denn man kann einfach am meisten profitieren, wenn man zu 100% hinter sich steht. Ansonsten ergibt es einfach keinen Sinn. Es gibt sicher Phasen, wo man keine Lust hat ins Krafttraining zu gehen. Die gr\u00f6ssten Fortschritte kann man aber nur machen, wenn man immer zu 100% bereit ist, alles zu geben. Das geht nicht ohne den Spass.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang Saison sind Sie f\u00fcr ein Spiel nach Kasachstan geflogen. Wie hat sich das angef\u00fchlt? Es war ziemlich krass. Aber dieser Moment hat mir gezeigt, dass man wirklich f\u00fcr ein einzelnes Spiel nach Kasachstan fliegt. 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