Schwimmen, Radfahren, Laufen

Wie hart ist ein Triathlon wirklich?

Viele denken, dass der Dreidisziplinensport keine genussvolle Sportart sei – doch für andere ist genau das Gegenteil der Fall. Wie die Triathleten sich motivieren, die Herausforderungen meistern und den Sport lieben, erklärt unter anderem ein intensiv trainierender Hobbysportler.
von Xenia Grigorenko

Max Grigorenko beim Ironman 70.3 Antalya, Türkei. Quelle: zVg

„Manchmal kostet es Überwindung, aber danach bin ich immer froh, dass ich trainiert habe”, sagt Max Grigorenko. Er betreibt schon seit über 10 Jahren Triathlon als Hobby. Alle Triathleten und Triathletinnen haben verschiedene Ziele, aber eine grosse Mehrheit von ihnen ist vor allem durch Wettkämpfe motiviert. Damit hat man ein Ziel, zu dem man sich heranarbeiten kann. Dabei möchte man vor allem die eigenen Resultate immer mehr verbessern oder gegen andere antreten. Ausserdem kann man durch Triathlon-Wettkämpe viele neue Orte erkunden, an die man sonst vielleicht nicht reisen würde. Auch lernt man viele Menschen mit gleichen Interessen kennen. „Es fühlt sich gut an, zur Community zu gehören.“ Zusätzlich bringt man damit eine Abwechslung in den Alltag hinein, da man nicht nur eine Sportart betreibt, sondern gleich drei jongliert.

Ein Triathlon ist eine dreiteilige Ausdauersportart: Zuerst wird eine Schwimmstrecke zurückgelegt (Standard: 3,8 km), danach folgt eine Radstrecke (Standard: 180 km), und zum Schluss ein Marathon (Standard: 42,2 km). Dazwischen kann man sich umkleiden und sich für die nächste Disziplin vorbereiten, jedoch zählt diese Zeit zur Gesamtzeit des Rennens hinzu. Es gibt aber auch zahlreiche andere Variationen mit kürzeren Strecken. Der bekannteste Veranstalter vom Triathlon ist Ironman. Dort wird ein Triathlon mit den Standardstrecken als „voller Ironman” und die halbe Distanz entsprechend als „halber Ironman“ bezeichnet.

Herausforderungen vom Triathlon

„Die grössten Schwierigkeiten beim Triathlon sind vor allem drei Dinge – Trainingsaufwand, Regeneration und Motivation“, erklärt Max Grigorenko. Für einen Triathlon muss man gleichzeitig in drei verschiedenen Disziplinen versuchen, Spitzenleistungen zu erzielen. Entsprechend wird mehr Aufwand gefordert und die verschiedenen Trainings müssen auf unterschiedliche Wochentage verteilt werden. Deswegen braucht es im Voraus eine gründliche Planung, auch wenn man nur als Hobbysportler Triathlon ausübt. Zudem muss man sich zwischen den Trainings unbedingt genügend erholen. Dabei haben ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung die grösste Priorität. Es ist auch wichtig, dass man eine klare Vorstellung vom Ziel hat. Beispielsweise wäre ein erfolgreicher Abschluss des ersten Wettkampfes oder die Verbesserung der eigenen Leistungen ein starker Antrieb, sodass einem die Motivation nicht so schnell verloren geht.

Der alltägliche Trainingsaufwand

Die Trainingszeit variiert stark nach Saison. Aufgrund des Wetters trainieren viele Triathleten im Sommer deutlich mehr als im Winter. „In der Peak-Saison trainiere ich als Hobbysportler etwa 10 bis 15 Stunden pro Woche – Schwimmen, Radfahren, Laufen und Krafttraining.“ Die Profisportler investieren noch mehr Zeit in den Triathlon. Einige schaffen sogar 30 und mehr Stunden pro Woche. Die saisonalen Schwankungen sind bei ihnen weniger ausgeprägt, bestehen aber auch dort ein wenig.

Missverständnisse vieler Menschen an Triathlon

Was viele Menschen davon abhält, mit Triathlon anzufangen, ist dass diese extrem langen Strecken unrealistisch, fast unmöglich erscheinen. Allerdings ist ein voller Ironman mit geeigneter und andauernder Vorbereitung auf jeden Fall erreichbar. Es braucht viel Recherche und Anpassungen an die eigenen Fähigkeiten und an den eigenen Körper. „Dabei kann ein persönlicher Trainer sehr hilfreich sein, da er ein individuell angepasstes Trainingsprogramm erstellt und den Fortschritt überprüft“, sagt Grigorenko. Mit Unterstützung eines Trainers konnte er selbst mehrere volle Ironmans absolvieren.

Viele Menschen denken auch, dass wenn man so viel trainieren muss, die Leistungsfähigkeit im Job sinkt. Wenn man aber die Trainings in den Alltag praktisch integriert, kann die Produktivität in anderen Bereichen des Lebens sogar erhöht werden. Zum Beispiel könnte man auf dem Weg zur Arbeit beim Schwimmbad einen Zwischenstopp einlegen oder bei Schlechtwetter zuhause ein Laufband bereit haben. Auf die Frage, warum er sich überhaupt dieser anspruchsvollen und intensiven Sportart widmet, sagt Max Grigorenko: “Natürlich ist es anstrengend, aber genau deswegen fühlt es sich am Ende auch so gut an.”