Interview mit Nachwuchsschwimmer

Er trainiert 16 Stunden pro Woche – und wird wohl trotzdem nie Profi

Der Zürcher Gymnasiast Jonas Jenne trainiert im Regionalkader der Limmat Sharks. Im Gespräch verrät er, an was er während des Schwimmens denkt.
von Miloš Stojanovic
Im Schwimmbad Bungertwies trainiert Jonas Jenne wöchentlich. Foto: Miloš Stojanović

Wie alt warst du, als du gelernt hast zu schwimmen?

Jonas Jenne: Das war mit ungefähr drei Jahren.

Mittlerweile bist du 16-jährig und schwimmst im Elite-National Team der Limmat Sharks, einem der grössten Schwimmklubs der Schweiz. War das immer dein Ziel?

Nein, zum Leistungsschwimmen kam ich erst im Gymnasium durch einen Klassenkollegen. Ich habe also relativ spät damit begonnen.

Was gefällt dir besonders an diesem Sport?

Es macht Spass, den eigenen Körper zu pushen und ans Limit zu bringen. Aber auch das gemeinsame Trainieren mit den Kollegen gefällt mir.

Apropos Training:Wie viel Mal pro Woche trainierst du?

Unter der Woche sind es sieben Trainings, jeweils abends. Und am Samstagmorgen trainiere ich auch nochmals. Insgesamt sind es 16 Trainingsstunden pro Woche. Nur Sonntag ist Ruhetag.

Das ist ganz schön viel Aufwand. Wie schaffst du das mit der Schule zu koordinieren?

Das Training ist in der Regel von 18 bis 20 Uhr abends, also bleibt mir zwischen Schule und Training etwas Zeit zum Lernen. Und manchmal muss ich mich auch nach dem Training noch einmal hinsetzen.

Wird dir das nie zu viel?

Meistens geht es recht gut. So intensiv mache ich das erst seit etwa 1,5 Jahren und bisher bin ich noch sehr motiviert. Aber klar, es gibt schon manchmal Tage, an denen ich nicht wirklich Lust aufs Training habe.

An was denkst du oder auf was fokussierst du dich, während du schwimmst?

Ich fokussiere mich voll aufs Schwimmen. Im Kopf denke ich den Rhythmus der Armzüge laut mit. “Eins, zwei, drei” und das Bahn für Bahn.

„Ich möchte mich weiter verbessern und schauen, wie weit ich es noch schaffe.“

Welche Disziplinen und Strecken magst du am liebsten?

Jonas Jenne im Einsatz an einem regionalen Schwimmwettbewerb. Screenshot: zvg

100 bis 400 Meter Freistil/Kraul.

Was war bisher dein grösster Erfolg?

Die Teilnahme an den Schweizer Meisterschaften.

Träumst du von einer Profi-Karriere?

Nein, denn dafür habe ich zu spät mit dem Schwimmen begonnen. Aber ich möchte mich weiter verbessern und schauen, wie weit ich es noch schaffe.

Was ist in diesem Fall dein nächstes Ziel?

Ich möchte die Limite schaffen, um mich für die nationalen Meisterschaften im Mai zu qualifizieren.