Der Traum Vom Fussballprofi

Rund 18’000 junge Fussballer versuchen es jedes Jahr. Doch nur 20-30 Spielern schaffen den Sprung ins Team der U16-Schweizer Nationalmannschaft, schreibt der Schweizerische Fussballverband. Das entspricht etwa einem von 1’000 und damit nur rund 0,1 %.
Einer, der bereits seit jungen Jahren von diesem Ziel träumte, ist Ilario Zambotti. Er ist 16 Jahre alt und begann seine Karriere bereits im Alter von vier Jahren im Juniorenbereich des FC Witikon. Zum Fussball fand er durch seinen Vater. Auch er hat eine anschauliche Karriere hinter sich, mit Profi- Einsätzen, wie zum Beispiel beim FC Zürich und beim FC Schaffhausen. Daher wusste sein Vater genau, wie und wo er seinen Sohn unterstützen musste, und tat dies auch immer, indem er ihn zum Training begleitete oder an die Spiele fuhr.
Mit elf Jahren war Zambotti bereit für den nächsten Schritt. Er absolvierte sein erstes Probetraining beim FC Zürich im Rahmen des Footeco-Konzepts, einem Ausbildungsprogramm des FC Zürichs, um neue Jung sportler zu sichten. Dies war ein wichtiger Meilenstein auf seinem weiteren Weg. „Es war extrem intensiv und auch nervenaufreibend, doch als ich erfuhr, dass ich es geschafft habe, war ich überglücklich“, erinnert er sich.
Von da an setzte er alles auf seinen Sport. Er trainierte hart. Anspruchsvoller als andere, um sich von den übrigen abzuheben. Zum Teil absolvierte er ein Training mehr als nötig oder arbeitete selbst an seiner Kondition und Kraft. „Das Training war deutlich härter und detaillierter als man dies noch kurz zuvor beim FC Witikon getan hatte. Ausserdem wurden neue Anforderungen an mich gestellt. Ich musste stark auf meine Ernährung achten. Die Ferien und Freizeit wurden mir auch deutlich gekürzt“ erzählt er.
Trotzdem hat er nicht aufgegeben und versucht, sich immer zu verbessern. Seither musste Zambotti immer wieder viele Tests absolvieren und sich selbst beweisen, um im Team zu bleiben. Diese waren anstrengend und das fussballerische Talent musste gezeigt werden, um den Trainern zu beweisen, dass man sich den Platzt im Team verdient hat.
Was ist noch neben dem Fussball?
Zurzeit absolviert er neben dem Fussball eine Sportlehre als Kaufmann, die ihm ebenfalls viel Spass bereitet. Dies ist eine übliche Lehre, allerdings hat man bei der Arbeit deutlich mehr Freiheiten, um seinen Sport auszuüben und alle nötigen Trainings
besuchen zu können. Allerdings dauert die Lehre dann vier anstatt drei Jahre. Zuvor besuchte er die normale Sekundarschule im Kanton Zürich, allerdings war es da für ihn schwierig, die ganzen Trainings und die Schule unter einen Hut zu bringen. Sechsmal pro Woche steht Ilario Zambotti heute auf dem Trainingsplatz und hat zudem jedes Wochenende ein wichtiges Spiel. Dort muss er abliefern und sich immer von seiner besten Seite zeigen.
Auf die Frage was Zambotti machen würde, wenn der Fussball nicht funktioniert, antwortet er: „Würde alles nicht klappen mit dem FCZ, würde ich mir zuerst intensiv einen neuen Club suchen, der einigermassen auf dem gleichen Niveau ist, oder mich dann doch ganz auf meine Sportlehre als Kaufmann fokussieren.”
Im Moment setzt er aber alles auf seine Fussballkarriere. Zambottis Ziel, gross herauszukommen und vielleicht eines Tages bei FC Juventus, seinem Lieblingsverein seit seiner Kindheit, spielen zu können und in der UEFA-Champions League aufzutreten. Denn dieser Wettbewerb ist seiner Meinung nach der grösste und wichtigste im Fussball.
Zambotti ist auf dem richtigen Weg, um Profi-Fussballer zu werden. „Ich bringe die richtigen Eigenschaften mit, um ein Führungsspieler zu sein. Dazu zählen unter anderem Ehrgeiz, Spielintelligenz, eine hervorragende Technik sowie ein starker Torabschluss“, sagt er. Genau diese Merkmale gelten laut einer Statistik von Ertheo als die wichtigsten Eigenschaften, die ein erfolgreicher Fussballer mitbringen muss.
Die grossen Erfolge bisher
Seit Mitte Juli steht Ilario Zambotti nun offiziell beim FC Zürich unter Vertrag. „Dies war mein bisher schönster und grösster Erfolg. Es ist ein unglaubliches Gefühl, zum ersten Mal eine gewisse Sicherheit zu haben und zu wissen, dass der Verein an mich glaubt und mich unbedingt möchte“, sagt er. Damit gehört er laut einer groben Schätzung des Schweizerischer Fussballverband (SFV) zu den wenigen Talenten, die einen Jugend Profivertrag erhalten. Nur etwa drei bis sechs Spieler in den Alterskategorien U15-19 bekommen diesen beim FC Zürich.

Kurz nach seinem ersten grossen Erfolg, erfüllte sich für Ilario Zambotti ein weiterer Kindheitstraum. Im September 2025 durfte er erstmals für die Schweizer Nationalmannschaft in der U15 auflaufen, im Spiel gegen Frankreich. „Es war eines der schönsten Gefühle, für mein Heimatland Fussball spielen zu dürfen“, erzählt er. Seit diesem Debüt absolvierte er vier weitere Länderspiele für die Schweizer Nati und spielt seither in der U16.
Somit kann Ilario Zambotti heute von sich sagen, dass er zu den wenigen Fussballern gehört, die sich auf einem vielversprechenden und nahezu perfekten Weg befinden. Er bringt die richtigen Voraussetzungen mit und überzeugt zudem mit einer starken Mentalität.
Bleibt zu hoffen, dass er diesen Weg weiterhin konsequent verfolgt und sich seinen Traum erfüllt, eines Tages für seinen Lieblingsverein aufzulaufen und dort grosse Erfolge zu feiern.